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trauriges Ende
Seit in Deutschland im Frühjahr 2006 bei einigen toten Wildvögeln auf Rügen zum ersten Mal der Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen wurde, ist das Thema aktueller denn je. Befürchtet wird eine weitere Ausbreitung der Seuche in Europa. Unklar ist wie die Erreger nach Europa kamen.
Lange Zeit galten die Zugvögel als Hauptverdächtige für die Verbreitung und Übertragung des Virus H5N1, wie das medizinische Kürzel des bekanntesten Vogelgrippe-Virus lautet. Dies ist nach neueren Erkenntnissen jedoch nur zum Teil richtig.
Zunächst einmal muss man zwischen zwei verschiedenen Formen von Vogelgrippe-Viren unterscheiden. Es gibt niedrig- und hochpathogene Formen der Viren (pathogen bedeutet krankheitsauslösend). Bei Wildvögeln und vor allem bei Wasservögeln kommen vor allem die niedrig-pathogenen Formen vor, und zwar nicht nur des H5N1 Virus sondern auch von anderen ähnlichen Grippeviren. Diese niedrig-pathogenen Viren führen nicht zu einer Erkrankung der Vögel. Sie können aber durch die Zugvögel verbreitet werden und Vögel aus Geflügelzuchten anstecken. In Geflügelbetrieben werden die Vögel meist auf engem Raum zusammengehalten, die Viren werden schnell von Vogel zu Vogel übertragen. Hierbei können sich die Viren verändern, aus niedrig-pathogenen Viren können hoch-pathogene Viren werden. Diese sehr gefährlichen Viren führen immer zum raschen Sterben des infizierten Vogels. Vom Geflügel ist dann wiederum eine Übertragung auf Wildvögel möglich, die zumindest über kurze Strecken den Virus weiter verbreiten können.
Die großen "Sprünge" in der Ausbreitung der gefährlichen hochpathogenen Form jedoch gehen größtenteils auf menschliche Aktivitäten zurück. Der Handel (legal und illegal) mit Vögeln und auch Vogelprodukten (Federn, Dünger aus Kot etc.) spielt dabei eine große Rolle. Geflügel, z.B. Küken, werden durch alle Welt transportiert. Auch durch Transport von Geflügelkot, Geflügelprodukten und verunreinigtem Wasser werden die Viren verbreitet. Da die hoch-pathogenen Erreger vor allem bei Geflügel auftreten, wird die Vogelgrippe oft auch als „Geflügelpest“ bezeichnet.
Ob auch Zugvögel den hoch-pathogenen H5N1-Virus über längere Strecken, z.B. von Asien oder Sibirien nach Europa, verbreiten können, ist noch unklar. Möglicherweise sind so infizierte Tiere überhaupt nicht mehr in der Lage größere Flugstrecken zurück zu legen.
Bislang haben sich Menschen wohl nur durch engen Kontakt mit krankem Geflügel mit der Vogelgrippe angesteckt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Es besteht aber die Gefahr, dass sich das H5N1- Virus verändert, zum Beispiel indem es sich mit menschlichen Grippeviren mischt. Die neu entstandenen Erreger könnten von Mensch zu Mensch übertragbar sein. Momentan sollte man in Deutschland beim Umgang mit Wildvögeln (z.B. beim Füttern) zwar vorsichtig sein, das Risiko einer Ansteckung ist allerdings äußerst gering.
Alexander Balmert
Quellen: